Eurovision 2017: Alles über die belarussischen Stars von Naviband und warum das Publikum sie jetzt schon liebt

Naviband

Naviband

Morgen findet  der Eurovision Song Contest statt. Erstmals tritt für Belarus eine Band an, die die auf Belarussisch singt. Gestern hat  sich das Duo „Naviband“  für das Finale qualifiziert.

Während in Deutschland das Thema „Eurovision Song Contest“ eher ein schmerzliches ist- wir schneiden ja generell nicht sehr gut ab und schützen daher Gleichgültigkeit für dieses Event vor- ist der ESC in Belarus ein kulturelles Großereignis. Die Belarussen sind ganz verrückt nach dem Wettbewerb, und es ist Ehrensache, am entscheidenden Samstagabend im Mai wachzubleiben, bis die Entscheidung gefallen ist.

Während es in den letzten Jahren eher bizarre Auftritte von belarussischer Seite gab (wir erinnern uns an Anastasia Vinnikova, deren Beitrag höchstens in der Parodieversion ein Ohrwurm war, an die seltsamen Menschen mit Schmetterlingsflügen und an den nackten Ivan, der im letzten Jahr mit Wölfen gesungen hat), steht Belarus in diesem Jahr stolz und geschlossen hinter seinem Interpreten:

Naviband tritt für Belarus beim ESC an

Es handelt sich um das Duo „Naviband“, das erstmals in belarussischer Sprache auftritt. Gemeinsam treten Artyom Lukanenko und Ksenija Zhuk  und  seit 2013 gemeinsam auf. Die beiden hatten sich bereits 2016 im Vorentscheid für eine Teilnahme am ESC beworben, das Publikum entschied sich aber nicht für ihren Titel, sondern für Ivan und seine Wölfe.

Während im vergangenen Jahr die Auswahl des Kandidaten noch komplett dem Publikum in einer Abstimmung überlassen wurde, hatte dieses Mal eine Jury aus Experten 50% Mitspracherecht bei der Auswahl des belarussischen Repräsentanten in Kiew. Die Jury entschied dann überraschend auch gegen den Publikumsfavoriten PROvokacija und für das Folk- Duo Naviband.

Ihr Titel heißt „Historyja majho zhyccia (Geschichte meines Lebens“) und hört sich so an:

Naviband singen auf Belarussisch- ein Signal an den Rest der Welt

In Belarus gibt es einen regelrechten Hype um die diesjährigen Interpreten. Die sozialen und traditionellen Medien lieben das Duo, das keine Berührungsängste hat. Es repräsentiert sehr schön den momentanen Trend im Land, sich auf die  traditionelle Kultur zu besinnen.  Hierzu gehört der Trend, belarussische Ornamente zu tragen genau wie der Wunsch, vermehrt belarussisch zu sprechen.

Dass Belarus erstmals in seiner Geschichte eine belarussisschsprachige Band ins Rennen schickt, zeigt, dass die Sprache langsam aber sicher einen anderen Stellenwert einnimmt. Dies wird umso deutlicher, als dass die offizielle Jury die Teilnahme des Duos erst möglich gemacht hat.

In diesem politisch aufgeladenen ESC, der von Russland boykottiert wird,  ist es ein umso wichtigeres Statement, nicht mit einem russischsprachigen Song ins Rennen zu gehen. Unabhängig davon, wie Naviband am Samstagsabend abschneidet- das Signal an Russland und den Rest der ESC- schauenden Welt ist klar: Schaut her, wir sind ein eigenes Land- und wir haben sogar eine eigene Sprache!

 

 

 

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