Den Frühling rufen- Гуканне вясны

Traditionell wird im März in Belarus der Winter verjagt und der Frühling gerufen. Diese Veranstaltungen nennt man „Гуканне вясны“ und sie haben eine lange Tradition.

Auch in Belarus hat man irgendwann genug vom langen Winter. An verschiedenen Orten finden in diesen Wochen Veranstaltungen statt, in denen der Winter verbrannt und der Frühling herbei gerufen wird.

Der Winter muss gehen: Гуканне вясны- der Frühling wird gerufen

Der belarussische Winter dauert gewöhnlich lange- der erste Schnee fällt im Oktober. Liegen bleibt er ungefähr nach Neujahr, die letzten Reste schmelzen im April, im Wald manchmal erst im Mai. Als Westeuopäer fällt es einem schwer, sich vorzustellen, wie es ist, wenn der Schnee einfach nicht schmilzt, sondern eine geschlossene Schneedecke ein paar Monate lang der alltägliche Anblick ist. Die Freude über den Schnee, die wir hier empfinden, verfliegt dort schnell. Zumindest bei mir. Spätestens im März haben alle den Winter dann so richtig satt. Deshalb trifft man sich seit Menschengedenken am Ende des Winters und ruft den Frühling herbei.

Traditionell finden die „Гуканне вясны“- also den „Frühling rufen“ Veranstaltungen Ende März statt. In manchen Regionen beenden sie die „Butterwoche „Maslenica“. Die Tradition geht zurück auf alte, heidnische Lebensweisen, auf die Zeit vor der Christianisierung des Landes. Die Menschen singen alte Volkslieder, tanzen, und „verbrennen“ den Winter, auf dass er endlich verschwinden möge.

Traditionell begangen werden diese Tage an Orten, an denen Kultur und alte Traditionen hoch gehalten werden, wie dem „Museum für Architektur und Lebensweise“ in Strochycy bei Minsk . Es werden Lagerfeuer errichtet, um die man im Ringelreihen, also im „Karagod“ herum tanzt und die dem Winter einheizen sollen. An manchen Orten wird eine Strohpuppe verbrannt, die den Winter symbolisieren soll.

Stimmungsvolle Fotos des Frühlingsfestes

Einie Male haben wir schon selbst an dieser stimmungsvollen Frühlingsfeier in Strochycy teilgenommen.  Manchmal lag an diesen Tagen noch Schnee. In diesem Jahr hatten die teilnehmenden Belarussen Glück: Es spross schon das erste Grün, das Wetter war wahrhaft frühlingshaft! Leider konnte wir nicht da sein, aber der belarussische Fotograf Alfred Mikus   hat mir seine eindrucksvollen Bilder zur Verfügung gestellt:

Auf den Bildern sieht man, wie die Frauen, in traditionelle Trachten gekleidet,  um das Feuer tanzen. Sie haben Kränze geflochten, die in die Bäume gehängt werden. Blumenkränze symbolisieren natürlich das baldige Erblühen der Natur- ganz wie beim Kaziukas- Fest in Litauen, das traditionell am 4. März, dem Namenstag den Stadtpatrons Kasimir begangen wird.

Die Feiertage und Veranstaltungen in Strochycy sind übrigens immer sehr schön. Man kann für wenig Geld auch traditionelle Stickereien und Basteleien aus Stroh erstehen und einen wunderbaren Eindruck in die belarussische Kultur erhalten. – die nächsten Feste, die dort stattfinden, finden ihr auf der Webseite des Museums unter diesem link.

 

Kommentar verfassen