Aufgedeckt: Nutella schmeckt in Belarus anders!

Dieser Artikel ist eine offizielle Entschuldigung an meine Schwiegereltern. Jahrelang habe ich ihnen Unrecht getan. Dafür möchte ich mich heute in aller Form  um Verzeihung bitten!

Wenn es neben seinem Kanubusiness (und seiner Familie, natürlich!) etwas gibt, was mein Schwiegervater auf dieser Welt liebt, dann ist das – Nutella. Er importiert sie aus Deutschland, am liebsten die ganz großen Gläser, und hütet sie wie einen Schatz.

Nur besondere Gäste dürfen davon kosten, oder die lieben Enkelkinder, denn denen kann er eigentlich nichts abschlagen.

Nutella Belarus

Hier ist nicht das drin, was in Belarus drin ist.

Eine ähnliche Vorliebe pflegt meine Schwiegermutter für aus Deutschland mitgebrachten Kaffee. „Der schmeckt einfach besser als das, was man hier in Belarus kaufen kann“, sagt sie.

Beides haben wir bisher als Marotte abgetan und belächelt. Als wenn die Produkte in Belarus anders schmecken könnten als in Deutschland! Das hielten wir für ausgemachten Unsinn und unterstellten ihnen, dass sie eine Art „Westnostalgie“ pflegen. Demonstrativ essen wir die in Russland produzierte Nutella, wenn in Minsk zu Besuch sind, und überlassen Sascha seine deutsche Nutella.

Und nun stellt sich heraus- er hat recht! Gestern wurde ein Artikel in der Süddeutschen Zeitung veröffentlicht, in dem ein  Lebensmittelskandal aufgedeckt wurde: In der Tat ist die Zusammensetzung von Lebensmitteln, die wir aus Westeuropa kennen, in Osteuropa eine andere!

Zwar geht es in dem Artikel nur um einen Vorstoß der „osteuropäischen“ EU- Länder Slowakei, Polen, Tschechien und Ungarn, die auf EU-Ebene eine Gesetzesänderung bewirken sollen: Lebensmittelkonzerne sollen dazu verpflichtet werden, einheitliche Rezepturen in alle Eu- Ländern zu verwenden. Nachweislich enthalten einige Produkte wie Coca Cola, Nutella und Fischstäbchen in den Ländern andere Rezepturen als in Westeuropa.

Studien haben ergeben, dass die Produkte in diesen Ländern qualitativ weniger hochwertig sind, weniger hochwertige Zusätze enthalten und zum Beispiel Nutella in Ungarn nicht so cremig ist wie in Österreichen. Die betroffenen Ländern klagen über „Lebensmittel-Rassismus“, die Konzerne verweisen auf unterschiedliche Rezepturen. Die Rede ist aber auch von geringerer Kaufkraft in Osteuropa, die es nötig mache, Produkte günstiger anbieten zu können, so ein Firmensprecher.

Wenn schon innerhalb der EU derartige Unterschiede gemacht werden, ist natürlich klar, dass die feinen Geschmacksknospen meines Schwiegervaters recht hatten: Die belarussische Nutella schmeckt anders als die deutsche!

Also werden wir weiter Nutella importieren. Mit Lebensmittelrassismus wollen wir nichts zu tun haben!

Habt ihr auch schon Unterschiede im Geschmack bemerkt?

 

 

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4 Gedanken zu „Aufgedeckt: Nutella schmeckt in Belarus anders!

  1. Ich käme nie auf die Idee, in Belarus Nutella zu essen. Passt dort einfach nicht hin. Und mir schmeckt auch die deutsche Nutella nicht. 60% Zucker und das skandalöse Palmfett. Überdeckt doch alles.

  2. Habe mich schon die Tage gewundert als ich das bei der Tagesschau gelesen habe.

    http://www.tagesschau.de/ausland/produkte-osten-schlechter-101.html

    Aber ich habe in Belarus eigentlich fast nie westliche Produkte zu mir genommen.

    Nur unsere kleine Tochter hat die „gute“ Milch bekommen.

    Ich meine, wenn selbst Russland schon bei Babynahrung die Sanktionen aufhebt…

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/welche-sanktionen-russland-wehtun-a-1117205.html

    1. Westliche Milch in Belarus? Gibt es das? Oder Kindermilch? Mir gibt es sehr zu denken, dass es extra Milch für Kinder gibt, übrigens.

      1. Ich meinte die Säuglingsnahrung Aptamil und co

        Wir haben dort die westlichen Produkte gekauft, die gab es ganz normal im Supermarkt.

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