Ein Kessel Buntes

Dieser Sonntagmittag ist der erste Moment in einer ganzen, verrückten Woche, in dem ich einmal durchatmen kann und sortiere, was alles so passiert ist und mich auf die nächste, genau so verrückte Woche vorbereite.

Begonnen hat die letzte Woche mit einem Ausflug nach Den Haag, wo wir Freunde besucht haben. Wir kennen sie aus Belarus, wo sie im selben Jahr wie wir geheiratet haben. Sie sind dann über Kalifornien und Ungarn in den Niederlanden gelandet, wo wir sie besucht und ein bisschen um das Meer, den frischen Hering und die niederländische Gelassenheit beneidet haben.

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Einmal Wind um die Nase wehen lassen tut sooo gut!

Der Montag brachte mir die erste Einheit eines Jobcoaching, das mich nun hoffentlich meiner beruflichen Bestimmung näher bringt. Es ist ein Ausflug zu mir und meinen Stärken und Schwächen und ich bin sehr gespannt, was wir in den nächsten Sessions so herausarbeiten werden. Vielleicht werde ich doch noch Zahnarzt oder Automechaniker.

Wie die meisten Menschen träume ich ja davon, einen Job zu finden, bei dem ich quasi gar nicht merke, dass ich arbeite. Eine Arbeit, die so viel Spaß macht, dass sie keine Arbeit ist, sondern mein Hobby. Eigentlich habe ich diese Berufung ja im Schreiben gefunden, aber es kommt, wie mein Wirtschaftsprofessor in Lille sagte, ja noch die contrainte budgétaire hinzu. Also suche ich nach einer Tätigkeit mit Grundeinkommensgarantie.

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Derweil in Belarus: Pfingstfest in Wilejka

Meinem Traumjob bin ich dann am Dienstag nachgegangen und habe eine Lesung für den Zonta Club in Essen gehalten, vor ca. 40 begeisterten und berufstätigen Frauen.  Es war die erste Lesung mit Fotoeinlage, und sowohl die Texte als auch die Bilder kamen super an.

Da man ja in Essen als Frau  abends lieber nicht mit der S-Bahm fährt, habe ich mir den Luxus eines Taxis gegönnt und ein spannendes Gespräch mit einem Jesiden aus dem Nordirak geführt, der mir eine ganze Menge über Religion in seinem Land erzählen konnte.

Zum Glück konnte ich abends ausspannen, weil wir es endlich geschafft haben, mein Geburtstagsgeschenk einzulösen und das „Phantom der Oper“ in Oberhausen zu sehen. Seit ich als Teenager selbst in einem der großen Musicals (Joseph) mitgespielt habe, bin ich der totale Musical-Junkie und könnte das Phantom der Oper heute Abend direkt wieder sehen.

Was nicht möglich ist, weil wir heute Abend einen weiteren Geburtstagsgutschein einlösen und meinen Vater in ein Restaurant ausführen. Und dann muss ich mich auch schon auf die neue Woche vorbereiten, die neben Teil 2 des Jobcoaching eine Lesung bei der Extraschicht mit sich bringt, auf die ich mich  sehr freue.

Highlight der Woche wird aber auf jeden Fall die Einweihung des Feuerwehrhauses, das mein Stiefvater für Kasimir gebaut hat. Als richtiger Belarusse muss alles, was neu ist „abgewaschen“ werden, d.h. eigentlich mit einem Wodka begossen und ordentlich eingeweiht werden. Mangels Wodka werden wir Feuerwehrkinderpunsch brauen und alle Freunde einladen. Das wird ein Fest!

Nach diesen Wochen bin ich komplett urlaubsreif und zähle die Tage bis zur Abreise nach Belarus. Dort geht alles seinen gewohnten Gang, und uns erreichen die ersten Fotos von reifen Erdbeeren und Himbeeren. Ich kann es nicht mehr abwarten!

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