Genug Gemüse!

Hilfe. Ich bin vergraben unter Bergen von PflaumenBirnenBohnen, die darauf warten, in irgendeiner Form von mir winterfest gemacht zu werden.

Gerade wollte ich meinen neugewonnenen Elan in eine erneute vertiefte Phase meiner Promotion stecken- da sind die Birnen und Äpfel reif! Und der Mais und die Tomaten und Kohlrabi und Rote Beten und und und. Ach, wäre ich doch auf eine Hauswirtschaftsschule anstatt zum Politikstudium gegangen! Dann wäre es mir jetzt ein Vergnügen, bis zu den Ellenbogen in frisch Geerntetem zu stecken.  Ich würde verlesen, trocknen, einkochen, dünsten, kochen, einfrieren, schnippeln und wonnig in großen Töpfen mit frisch Eingemachtem rühren, mit glühenden Wangen und Blaubeerrändern unter den Fingernägeln.

Doktor der Einkochwissenschaften

Doktor der Einkochwissenschaften

Leider, leider- mir stehen weder Kopftücher noch verstehe ich, wie man Einweckgläser sterilisiert. Ich habe eine dezidierte Meinung zur Ernennung des neues Außenministers, aber eine Abneigung gegen wurmstichige Winzäpfel, desser mühsam gekochtes Mus dann am Ende keiner isst.

Wie gerne würde ich das Gemüse einfach im Kühlschrank verschwinden lassen, aber als ich den öffne, schaut mich vorwurfsvoll eine (Oh Schreck! Auf dem Markt gekaufte!) Melone an, die sich breit macht und der heimischen Ernte den Platz wegnimmt.

Am Institut d’Etudes Politiques hat man leider vergessen mir beizubringen, wie man es schafft, in einer Woche 5 Rote Bete- Knollen, 6 Kohlrabi, 5 Kilo Birnen, 5 Kilo Äpfel, 3 Kilo Pflaumen, 2 Kilo Preißelbeeren, 2 Kilo Tomaten, 4 Zucchini mit einem Durchmesser von 10 cm, 6 Kilo Kartoffeln und 3 Kilo Zwiebeln zu essen.

Rumours have it, dass die zahlreichen Hypermärkte in Belarus auch in diesem Winter nicht geschlossen werden, sondern erstaunlicher Weise Lebensmittel verkaufen werden. Und dort ist das Essen mit Sicherheit günstiger als die kümmerlichen 200 Gramm Erbsen, die Aleksej in 2 Stunden Nachtarbeit gepuhlt und eingefroren hat. Berechnet man seinen Stundenlohn, würden diese Erbsen sicher knapp über 100€ („Haha“, sagt der Ehemann, „davon träumst du wohl“) kosten. Dann doch lieber Gippo-Supermarkt.

Wenn ich meiner Schwiegermutter erzählen würde, dass wir in der letzten Woche zweimal in Restaurants gegessen haben, einmal gekaufte Auberginen und zweimal Nudeln mit Tomatensauce bzw Essen ohne jegliche Datschabeteiligung gegessen haben, würde sie sogar noch eine Steigerung für ihr fassungsloses:

„Was? Ihr wollt keine Dickebohnen essen!?“ finden.Unverständlich, diese neumodischen Deutschen.

Oh, aber Zeit ist Pflaumenmarmelade! Weitermachen, kochen, lesen, promovieren.

4 Gedanken zu „Genug Gemüse!

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  2. Hallo Nadine, zuerst könnte ich allen Bekannten in Minsk Deine Probleme melden, damit sie Dir zu Hilfe kommen. Der zweite Vorschlag lautet: Einen Entsafter anschaffen, nacheinander alle Obst- und Gemüsesorten hinein und in Flaschen abfüllen. Wenn wir hier in Altena Besuch aus Pinsk bekommen, steht ein Besuch bei Saturn, Media-Markt etc. auf dem Programm. Eine Digitalkamera, ein Entsafter und ein Bügeleisen. Viele der Besucher haben auch das Problem. Sie kommen im Sommer zu ihrer Datscha und dann ist alles zur gleichen Zeit reif. Obstsäfte, Gemüsesäfte lassen sich auch für einen gewissen Zeitraum haltbar machen. Aber ohne Hilfe bei einer größeren Menge wird es sicher nicht gehen. Befreundete Familien, die in Pinsk Gärten hatten, sind nach Minsk gezogen, wohnen in Hochhäusern und möchten sicher gerne wieder frisches Obst selber pflücken und essen, da sicher auch auf Märkten die Artikel ihr Geld kosten.
    Den Vorschlag, Dich mit dem Obst oder Gemüse auf den Markt zu stellen, möchte ich nun doch nicht machen, obwohl diese Art des Handelns in Belarus üblich ist. Viel Spaß bei der Arbeit wünscht Dir Lothar. (Die in Altena haben sie nicht alle…)

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