Minsk gibt sich Mühe

So, jetzt bin ich wieder in Minsk.

Und nachdem wir uns ja quasi im Streit im April getrennt hatten, die Stadt und ich, schleichen wir beide im Moment umeinander herum und versuchen, Frieden zu halten.

Wir geben uns beide große Mühe, die gerade verheilten Wunden bloß nicht wieder aufzureißen und benehmen uns ausgesucht freundlich zueinander.

Minsk hat gestern zur Begrüßung Sonnenschein und 25°C geschickt (nagut, beim Spaziergang im Park war es vorbei mit der Beherrschung und wir sind in einen dicken Schauer geraten).

Wenn einem der Gastgeber so freundlich ins Gesicht lacht, sobald man den Zug verlässt, kann man gar nicht von vornherein ablehnend und mürrisch sein.

Die Stadt hat wirklich alles aufgefahren, was sie so zu bieten hat: Neue Blumenkästen an der Brücke, die sonst nach „Hier fahren sowjetische Panzer jeden Tag gemütlich spazieren und es macht mir nichts-“ Beton aussah. Frauen in (modischen!) Sommerkleidern. Grün überall. Ich hatte ja im April angezweifelt, dass es in Minsk je wieder grün wird.

Hilft beim Welten-Wechseln: Der Zug Paris-Moskva

Hilft beim Welten-Wechseln: Der Zug Paris-Moskva

Und das Beste: Nochmal Erdbeerenzeit! Die ersten Erdbeeren von der Datscha trudelten gestern frisch gepflückt zusammen mit schwiegermütterlichen Draniki und Datscha-Salat hier ein ( zusammen mit der Schwiegermutter, aber auch sie hatte ihr Sonntags-Benehmen an). Man schmeckt einfach, dass das Gemüse von frei laufenden Salaten und aus glücklichen Beeten stammt.

Seht ihr? Ich gebe mir auch Mühe. Zwar habe ich meine  alte Einstellung (Bauernhäuser aus Holz, alle 50 km mal eins, und Pferd und Wagen im Feld sind ja so pittoresk, und sich die Plattenbauten nicht exotisch ?!) noch nicht wiedergefunden.

Aber ich suche intensiv danach.

 

Ein Gedanke zu „Minsk gibt sich Mühe

  1. Vielleicht nähert ihr euch ja auf eine andere Weise wieder an! Ich bin gespannt und verfolge schön fleißig eure neuaufgelegte Tuchfühlung. Schöne Grüße nach und für Minsk! Cali

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