6.7.2011: Touristenvergraul-Disclaimer

Nachdem mich in den letzten Tagen noch viel mehr Menschen als sonst verschreckt fragen, ob es in Belarus wirklich so schrecklich ist und ob man Angst haben muss, als Tourist herzukommen, möchte ich im doppelten Eigeninteresse (ich bekomme so schrecklich gerne Besuch und ich promoviere zum Thema Tourismus in Belarus) klarstellen:

Belarus ist ein Land, das viel zu bieten hat, Minsk ist eine tolle Stadt, und einem ganz normalen Touristen droht absolut keine ‚Gefahr‘!

Jedem, der hier hinkommt, ist wohl klar, dass ihn kein Massentourismus wie auf Mallorca erwartet. Aber das Land hat viel zu bieten! Unberührte Natur (manche sagen kilometerweite Einöde), malerische Dörfer (ganz ursprünglich, oft ohne Strom und fließendes Wasser) und in Minsk gibt es sogar Flachbildschirme in den U-Bahnstationen, eine Tatsache, die die meisten Besucher erstaunt.

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Und wer seinen Urlaub in Belarus verbringt, kann sich sicher sein, dass er bei den Erzählungen im Freundeskreis einen Exotenbonus bekommt.

Meine Artikel sind Berichte über das Leben einer Deutschen in Minsk, die auf Dauer hier lebt und Dinge erlebt, mit denen sich ein Tourist größtenteils nicht herumschlagen muss. Die Freunde, Geschäftspartner oder Reiseveranstalter der Belarus-Reisenden werden mit Sicherheit ihr Möglichstes tun, damit dem Besucher aus dem Ausland auch wirklich jede Unannehmlichkeit erspart bleibt (außer, wenn es darum geht, dass er aufgrund von Überfütterung nicht mehr in seine Hosen passt- da sind sie absolut gnadenlos).

Minsk mag dem Besucher vielleicht surreal erscheinen- ein bisschen wie ein Sowjetunionthemenpark, und die Grenzbeamten haben große Mützen auf, die  verstörend wirken können- aber sie sind in den letzten Jahren viel freundlicher geworden. Ehrlich! Das selbe gilt übrigens auch für die Polizisten, bei denen man sich registrieren muss- zumindest in unserem Stadtteil. Wo hätte man in Deutschland erlebt, dass ein Polizist auf Heiligabend einer Oma ihre Aufenthaltsgenehmigung vorbei bringt, damit sie am nächsten Tag zum Arzt gehen kann? Ich habe das mit eigenen Augen in Minsk gesehen.

„Normale“ Touristen in Minsk werden nicht verhaftet, beschattet und verhört, sondern gefüttert, bemuttert und schlimmstenfalls mit Stolz auf einer Wodkaparty dem gesamten Freundeskreis präsentiert.

Die meisten Belarussen führen ein Leben, das von der politischen Situation kaum betroffen ist (wie gut das für das Land ist, mag an anderer Stelle diskutiert werden)- und das selbe gilt auch für Touristen und Gäste.

Deshalb, liebe Freunde, potenzielle Touristen und Anhänger der ehemaligen Sowjetunion: Kommt nach Belarus und gebt euren Freunden die Chance, euch an überladenen Tischen fünfmal am Tag mit Essen vollzustopfen und euch die Sümpfe und Heldendenkmale zu zeigen, auf die sie so stolz sind!

PS: Auch diesen Artikel habe ich vollkommen freiwillig geschrieben, ohne dass mich jemand zwingt- im Interesse der ausgewogenen Berichterstattung 😉

4 Gedanken zu „6.7.2011: Touristenvergraul-Disclaimer

  1. Guten Tag, ich bin Deutscher Pensionaer und lebe seit ca. 2 Jahren – mit Unterbrechung – in Belarus. Mir geht es sehr gut und ich fuehle mich „Sau wohl“. Es sollte jedoch nicht unerwaehnt bleiben, dass meine Pension aus Deutschland sicherlich zu diesem Umstand beitraegt. ( Bin mit Weissrussin verheiratet ). Touristen empfehle ich das Land ausdruecklich ! Kommen, Sehen, Staunen, es wird euch begeistern. Sommrurlaub in Belarus !, auch wenn die „Visaangelegenheiten“ und der Grnzuebertritt immer noch recht aufwendig sind. Liebe Gruesse aus Pinsk.

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